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Tech Update
Freitag, 21. August 2026

Tech Update

Exklusives aus der Tech- und Start-up-Welt
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Sarah Heuberger
Redakteurin manager magazin
Liebe Leserin, lieber Leser.

Wir melden uns zurück aus unserer kurzen Sommerpause. Ich persönlich habe den Urlaub vor allem lesend im Strandkorb verbracht (Spoiler: nein, es war nicht der 6500 Wörter lange Essay zur Zukunft von KI von Mark Zuckerberg) und freue mich, euch heute wieder mit einem pickepackevollen „Tech Update“ zu beglücken.

Das sind unsere Topthemen diese Woche:

  • Schwarz Digits: Rückschlag für Lidl – was vom großen Angriff auf Big Tech übrig bleibt

  • Missglückter Machtkampf bei The Female Company

  • Wie der Wefox-CEO von Investoren an die Kette gelegt wird

  • Nach Kritik an Ministerin Reiche: High-Tech Gründerfonds trennt sich von Investmentmanager

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Exklusive Recherche: Was den Angriff der Schwarz Gruppe auf Big Tech ausbremste

Ende einer Ära: Schwarz-Digits-CEO Christian Müller soll es jetzt allein richten, ohne seinen Co-Chef Rolf Schumann

Ende einer Ära: Schwarz-Digits-CEO Christian Müller soll es jetzt allein richten, ohne seinen Co-Chef Rolf Schumann

Fotos [M]: Nico Kurth / laif, Arnulf Hettrich / imageBROKER / picture alliance, Jennifer Kramer / dpa / picture alliance

Ausgerechnet Lidl als Europas Antwort auf Big Tech? Das zumindest war der Plan hinter Schwarz Digits: eigene Cloud, eigene Sicherheitslösungen, KI „made in Europe“, damit Daten nicht in die US-Rechtssphäre rutschen. Die Pläne (und ihre Umsetzung) waren mehr als ambitioniert. In Bad Friedrichshall steht dafür jetzt ein neuer Digitalcampus, und in der Region Heilbronn entsteht parallel eine KI-Hochburg, die Dieter Schwarz (86) Milliarden kostet. Die exklusive Recherche meiner Kollegen Martin Mehringer und Caspar Schlenk zeigt aber: Hinter der glänzenden Kulisse knirscht es. Die beiden haben herausgefunden, warum die Offensive ins Schlingern geraten ist: Produkte sind teils unfertig, Versprechen kollidieren mit US-Partnerschaften, intern wächst der Frust, und mit dem plötzlichen Abgang von Rolf Schumann (51) ist nun der wichtigste Antreiber weg. Was vom großen Angriff übrig bleibt, warum die Cloud-Sparte Stackit jetzt zum letzten großen Hoffnungsträger wird – und weshalb das Scheitern für Europa mehr wäre als nur ein Konzernproblem (m+).

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Top-Story II: Missglückter Machtkampf bei The Female Company

Ein Foto aus besseren Zeiten: CEO Ann-Sophie Claus (l.) mit Werbegesicht und Investorin Stefanie Giesinger

Ein Foto aus besseren Zeiten: CEO Ann-Sophie Claus (l.) mit Werbegesicht und Investorin Stefanie Giesinger

The Female Company

Die Berliner Firma The Female Company verkauft Periodenunterwäsche und Biotampons und hat früh gezeigt, wie man in Deutschland mit feministischer Haltung Reichweite baut – und Investoren überzeugt. Doch der Versuch von Gründerin Ann-Sophie Claus (34), die eigenen Geldgeber loszuwerden, endete für sie im Gegenteil. Sie verliert faktisch die Kontrolle über ihre Firma. In meiner Recherche rekonstruiere ich den missglückten Machtkampf: in dem Deal, von Insidern als Notverkauf beschrieben, wird plötzlich ein Zulieferer zum Kompletteigentümer – auch Claus hält keine Anteile mehr und verliert dazu noch ihre Einzelvertretungsbefugnis. Verträge darf sie nicht mehr allein unterzeichnen. Sie bleibt vorerst CEO, doch ihre Tage im Unternehmen sind gezählt (m+).

Köpfe: Katherina Reiche ++ Yvonne Gonzalez Rogers ++ Markus Fuhrmann ++ Sarah Friar

Bloß nicht verärgern: Die Politik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche polarisiert

Bloß nicht verärgern: Die Politik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche polarisiert

Marzena Skubatz / laif

  • Katherina Reiche (53), Bundeswirtschaftsministerin, sorgt mit ihrer Energiepolitik für allerhand Wirbel. Selbst beim halbstaatlichen High-Tech Gründerfonds (HTGF) polarisiert sie. Nach Social-Media-Kommentaren mit Kritik an der Ministerin musste nun ein langjähriger Investmentmanager gehen, wie mein Kollege Caspar Schlenk hier aufgeschrieben hat (m+).

  • Yvonne Gonzalez Rogers (61), US-Bundesrichterin in Kalifornien, entscheidet im Meta-Verfahren, ob der Social-Media-Konzern Kinder in die Abhängigkeit getrieben hat. Diese Woche hat das Monsterverfahren begonnen. Erfahrung mit Tech-Giganten hat Rogers. Vor ihr stritten schon Apple vs. Epic Games und Elon Musk (54) vs. Sam Altman (41).

  • Markus Fuhrmann (46), Unternehmer, wechselt vom CEO-Posten in den Aufsichtsrat seines Proptech-Start-ups Gropyus. Die Firma hatte er einst mit dem umstrittenen Unternehmer Florian Fritsch gegründet, zuletzt sorgte der öffentliche Bruch zwischen den beiden für Aufsehen. Als neuer Chef übernimmt Fuhrmanns bisheriger Co-CEO und Mitgründer Philipp Erler.

  • Sarah Friar, OpenAI-CFO, verkündete laut CNBC bei einem internen All-Hands, dass das Unternehmen „2027 eine börsennotierte Firma“ sein werde, vielleicht auch schon früher (wenn es gut läuft). Dumm nur, dass OpenAI gerade mal wieder eine hochrangige Executive, nämlich seine Umsatzchefin Denise Holland, verloren hat.

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Zahl der Woche: 14

Anthropic-CEO Dario Amodei (43) berichtet seinen Investoren von einem sagenhaften Umsatzwachstum und stimmt die Geldgeber auf den anstehenden Börsengang ein. Laut Medienbericht soll Anthropics Umsatz im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr um das Vierzehnfache gestiegen sein. Der IPO könnte noch in diesem Herbst stattfinden und dem OpenAI-Konkurrenten weiteren Rückenwind geben.

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Round-up: Wefox ++ Autodoc ++ Amazon ++ Microsoft ++ Cariad

Malen nach Zahlen: Ex-Allianz-Starmanager Joachim Müller darf bei Wefox nur noch nach strikten Vorgaben regieren

Malen nach Zahlen: Ex-Allianz-Starmanager Joachim Müller darf bei Wefox nur noch nach strikten Vorgaben regieren

Moser Werner / AGCS

  • An die Kette gelegt: Die Investoren der Versicherungsfirma Wefox misstrauen Vorstandschef Joachim Müller (54) – und entmachten ihn weitgehend. Der einstige Allianz-Starmanager kämpft mit hohen Verlusten und diversen Rechtsstreitigkeiten. Das zeigen interne Dokumente (m+), die meine Kollegen Jonas Rest und Dietmar Palan einsehen konnten.

  • Autodoc gehört jetzt wieder ganz den Gründern. Vor zweieinhalb Jahren stieg Apollo bei Autodoc ein, vor einem Jahr platzte dann der Börsengang des Ersatzteilhändlers. Nun kaufen die Gründer die Anteile des Investors zurück – und schließen einen weiteren Börsenversuch nicht aus.

  • Wie die Wut der US-Bürger Amazon, Google und Microsoft bremst: In den USA wehren sich Anwohner immer lauter gegen neue Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft. Die Ungetüme sind gierig, laut und dreckig. Noch hat Big Tech Rückendeckung aus Washington – doch vor Ort wird es enger (m+).

  • Nvidia oder Wayve als Partner? Die Volkswagen-Bosse ringen um die Zukunft der Softwaretochter Cariad. Im Zentrum stehen ein sehr kritisches Gutachten (m+), das niemand kennen will, der folgenreiche Streit um den neuen Partner für autonomes Fahren – und ein Machtkampf an der Konzernspitze.

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Error 404 – das hat noch gefehlt: Amodeis bessere Hälfte

Nur die Haarspitzen: Die blonden Haare neben Dario Amodei gehören seiner Frau Cami Clark

Nur die Haarspitzen: Die blonden Haare neben Dario Amodei gehören seiner Frau Cami Clark

Ludovic Marin / AFP

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Artikel empfehlen, den ich, anders als Zuckerbergs Essay, tatsächlich in meinem Urlaub gelesen habe: die Recherche des „Wall Street Journals“ über Cami Clark, die umtriebige und geheimnisvolle Frau von Anthropic-Chef Dario Amodei . Über sie ist kaum etwas öffentlich bekannt. Sogar KI-Chatbot Claude ist sich in seinen Antworten nicht sicher, befragt man ihn zu Amodeis Beziehungsstatus. Dabei soll sie laut „Journal“ eine wichtige Rolle spielen für Amodei und Anthropic als „Sparringspartnerin und strategische Beraterin“. In der Vergangenheit versuchte sie sich auch selbst als Unternehmerin – als Gründerin einer Firma mit „kostenlosen Luxuspornos“ für Frauen und einer „Social-Dieting-App“. Beide Firmen bot sie dem zu diesem Zeitpunkt bereits verurteilten Jeffrey Epstein mehrfach als Investment an, wohl jedoch ohne Erfolg. Erfolgreicher war sie dabei, als sie Amodei half, Eric Schmidts (71) Investment in Anthropic einzutüten. Den Ex-Google-Chef Schmidt hatte sie zuvor auch mal gedatet – was sie damit quasi zur Vorgängerin von Söder-Tochter Gloria-Sophie Burkandt (27) macht.

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Nun wünschen wir euch einen schönen Freitag, denn das war es schon wieder mit dem aktuellen „Tech Update“. Leitet den Newsletter gern an andere Interessierte weiter. Abonnieren könnt Ihr uns hier, damit Ihr auch in Zukunft keine Ausgabe verpasst.

Und wie immer: Fragen, Anmerkungen oder Kritik gern an tech-update@manager-magazin.de.

Viele Grüße
Eure Sarah Heuberger

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