Alles wird teurer! Ob Lebensmittel, Restaurantbesuche oder Tanken, die Preise ziehen an
– da hat auch der Tankrabatt zuletzt nicht viel geholfen. Um bei all den gestiegenen Preisen nicht bald in ein leeres Portemonnaie zu blicken, lohnt es sich an der einen oder anderen Stelle zu sparen – das machen die Konzerne im Land ja auch.
Ob in Wolfsburg bei Volkswagen, bei der kleinen IAV in Berlin oder in Ingolstadt bei Audi
– überall wird dieser Tage nach Einspar- und Kürzungsmöglichkeiten gesucht, mal mehr, mal weniger drastisch.
Und damit wären wir bei unseren Themen der Woche:
Wie Oliver Blume in Wolfsburg den Sparhammer auspackt
Wie Mercedes’ neue Chefeinkäuferin die Zulieferer quält
Wie akut der Kerosinmangel wirklich ist
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Thema der Woche: Blume packt den Hammer aus
Er macht Ernst: Volkswagen-Chef Oliver Blume überrascht den Aufsichtsrat mit einer ganz neuen Härte
Julian Stratenschulte / dpa
Dass VW-Chef Oliver Blume (57) überall sparen und kürzen will, wo es nur geht, ist bekannt: 20 Prozent Kosten bis 2028 (m+)hier,
eine Million Produktionskapazität weniger dort (m+)
– die Zahlen, die Blume der Öffentlichkeit zuletzt präsentierte, ließen erahnen, wie drastisch die Sanierung des Konzerns vonstattengehen könnte. Was der VW-Chef Ende April dem Aufsichtsrat präsentierte, setzte dann noch mal einen obendrauf: Die Zukunft von vier Werken ist plötzlich unsicher, die Investitionen könnten um rund 30 Milliarden Euro sinken, im Topmanagement wird womöglich ordentlich aussortiert. Wie Blume die Volkswagen-Welt in ihren Grundfesten erschüttert, weiß mein Kollege Michael Freitag.
Lesen Sie die ganze Geschichte hier (m+).
Köpfe: Yanni von Roy-Jiang ++ Luca di Montezemolo
Sparfüchsin: Mercedes-Einkäuferin Yanni von Roy-Jiang setzt die Zulieferer unter Druck
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Gespart wird auch gut 500 Kilometer weiter südlich: Seit Ola Källenius (56) Mercedes-Chef ist, jagt in Stuttgart eine Kostenrunde die nächste, aktuell sollen 5 Milliarden Euro bis Ende 2026 eingespart werden. Für dieses ehrgeizige Ziel hat der Mercedes-Boss eine nicht minder ehrgeizige neue Chefeinkäuferin: Yanni von Roy-Jiang
(46) kam vom Zulieferer Webasto und hat nach dem Seitenwechsel ihre einstige Zunft direkt gegen sich aufgebracht: Wie die selbst betitelte „Cultural Hybrid“ Roy-Jiang die Mercedes-Zulieferer mit „China Speed“ zum Sparen bringen will, hat meine Kollegin Margret Hucko aufgeschrieben (m+).
Mit Geschwindigkeit kennt sich auch der ehemalige Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo
(78) aus. Inzwischen kümmert er sich jedoch nicht mehr um elegante und hochpreisige Zweisitzer, sondern um Hochgeschwindigkeitszüge seiner Firma Italo. Bislang ist er ausschließlich auf italienischen Schienen unterwegs, doch schon bald könnten seine Siemens-Züge auch zwischen München, Hamburg und Berlin verkehren.
56 tägliche Verbindungen will Montezemolo anbieten – doch es gibt bereits Widerstand.
Unternehmen: IAV ++ BMW ++ Daimler Truck ++ Audi
Stellenstreicher: IAV-Chef Jörg Astalosch muss beim Entwicklungsdienstleister sparen
Roman Pawlowski / manager magazin
Schon seit Längerem will VW-Chef Blume die Entwicklungstochter IAV verkaufen und im Optimalfall eine halbe Milliarde Euro einnehmen. Das Problem war bislang nur: Solange das Unternehmen keinen Sanierungsplan hat und damit keine sichere Zukunft, findet sich kein Käufer für die Tochter Ingenieurbüro. Weshalb IAV-Chef Jörg Astalosch (54) in
Deutschland nun 1400 Stellen streichen will – und einen Standort verkaufen. Lesen Sie hier, wie Volkswagen um die Entwicklungstochter IAV kämpft (m+).
Mitte Mai verlässt BMW-Chef Oliver Zipse (62) das Unternehmen nach einer anspruchsvollen Amtszeit: Corona, Chipkrise, Ukrainekrieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle sorgten dafür, dass es in den vergangenen Jahren entspanntere Jobs gab als den eines Autobosses. Zugutehalten kann sich Zipse, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit am besten dasteht. In seinem letzten Quartal als oberster Motorenwerkler
hat der Konzern zwar weniger verdient als im Vorjahr, aber immer noch mehr als Mercedes oder Volkswagen.
Größere Fahrzeuge, größere Sorgen? Die ersten drei Monate des Jahres sind für den Lkw-Hersteller Daimler Truck jedenfalls zum Vergessen:
Der Gewinn ist um 80 Prozent eingebrochen, der Umsatz schrumpfte um 13 Prozent – das liegt laut CEO Karin Rådström (47) vorwiegend an den schwachen Geschäften in Nordamerika. Dennoch macht sie Mut für das weitere Jahr: Die Auftragseingänge hätten sich deutlich erholt.
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Zahl der Woche: 16,7
Bringt er was oder bringt er nichts? Der sogenannte Tankrabatt wird zum Aufregerthema
Marco Bader / HMB-Media / IMAGO
Seit Freitag vergangener Woche gilt der sogenannte Tankrabatt, bis zu 16,7 Cent sollen Deutschlands Autofahrer an Energiesteuer einsparen und nach wochenlangem Spritpreiswucher endlich wieder günstig fahren können. Es gibt nur ein Problem: Die Preise an den Tankstellen sind in den vergangenen sieben Tagen laut ADAC zwar gesunken – aber nicht um den Betrag des Tankrabatts. Der Preis für einen Liter Super E10 lag zuletzt nur knapp 8 Cent unter dem Preis der Vorwoche – obwohl der Ölpreis sich auf demselben Niveau wie vor sieben Tagen bewegt. Wo sind denn wohl die restlichen 8 Cent verblieben?
Trotz teils heftiger Kritik hielt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58) die Steuersenkung zuletzt weiterhin für eine gute Idee und verbittet sich Alternativansätze wie ein Tempolimit.
Deepdrive: Wie akut ist der Kerosinmangel?
Die Blockade der Straße von Hormus macht sich nicht nur an der Zapfsäule bemerkbar – auch die Preise für Flugtickets stiegen zuletzt. 20 Prozent des für den Flugzeugtreibstoff Kerosin
wichtigen Öls fließen normalerweise durch die Meerenge, Kerosinexperten warnen bereits seit Wochen, dass Europas Flugzeuge den Treibstoffmangel schon im Mai oder Juni zu spüren bekommen könnten. Meine Kollegin Anna Driftschröer hat sich angeschaut, wie es wirklich um die Kerosinversorgung steht und wann den Airlines der Saft ausgeht. Eine Analyse in Grafiken (m+).
Geisterfahrer der Woche
Reife Leistung: Die Reifensparte von Contilieferte im abgelaufenen Quartal gute Ergebnisse
Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa
Während ein Autohersteller nach dem anderen von Gewinneinbrüchen im ersten Quartal berichtet, liefen die Geschäfte bei Zulieferer Conti
zuletzt vergleichsweise gut: Bei weniger Umsatz hat der Reifenhersteller in den ersten drei Monaten mehr verdient und konnte den Gewinn vor Zinsen und Steuern um 6,1 Prozent auf 522 Millionen Euro steigern. Besonders gut lief das Kerngeschäft: Weil alle jetzt große und teure Pkw-Reifen wollen, konnte Conti seine Gewinnmarge in der Reifensparte auf 14,4 Prozent steigern. Davon kann so mancher Hersteller nur träumen …
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Ihr Theodor Harzer
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