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Donnerstag, 12. Februar 2026

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Exklusive Branchennachrichten und Analysen
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Christoph Seyerlein
Redakteur manager magazin
Liebe Leserin, lieber Leser.

Anfang der 2000er-Jahre stieg mein heimatlicher Fußballverein in die damals drittklassige Regionalliga auf. Offizieller Slogan seinerzeit: „Kult statt Kohle“. Heute spielt die Spielvereinigung Ansbach nach manchen Abstürzen wieder in einer Regionalliga; mittlerweile bedeutet das „nur“ noch Viertklassigkeit.

Einen Abstieg will man beim britischen Klappradhersteller Brompton unbedingt verhindern. „Kult statt Kohle“ kann dort nicht die Devise sein, die Marke muss ihren Kultfaktor in Bares ummünzen. Sonderlich gut lief es für Brompton mit dem Geldverdienen zuletzt aber nicht. Das zieht schmerzhafte Einschnitte nach sich. Mehr dazu erfahren Sie in einem unserer Themen der Woche:

  • Wie sich der kultige Klappradhersteller Brompton saniert

  • Wie Mercedes-Chef Ola Källenius ab 2027 wieder wachsen will

  • Wie sich die Lage beim Fahrradriesen Accell weiter verschärft

Thema der Woche: Wie der kultige Fahrradhersteller Brompton wieder auf Kurs kommen will

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Wartet auf die Markterholung: Brompton-CEO Will Butler-Adams

Wartet auf die Markterholung: Brompton-CEO Will Butler-Adams

Chris J. Ratcliffe / Bloomberg / Getty Images

Drei Jahre in Folge hat Brompton nunmehr weniger Falträder verkauft. Der Gewinn der britischen Marke war zuletzt kaum noch der Rede wert. Weiter so? Ausgeschlossen. CEO Will Butler-Adams (51) greift durch, er selbst bezeichnet seine Anpassungen als „schmerzhaft“. Butler-Adams streicht Stellen, er cancelt einen 100 Millionen Pfund teuren Fabrikneubau und er baut das Markenportfolio sowie den Vertrieb um. Mein Kollege Lutz Reiche hat recherchiert: Reicht das, um aus Kult bald wieder richtig Kohle zu machen? (m+)

Köpfe: Ola Källenius ++ Kenta Kon ++ Anke Engelke

Glaube, Liebe, Hoffnung: Mercedes-Chef Ola Källenius will 2027 die Wende schaffen

Glaube, Liebe, Hoffnung: Mercedes-Chef Ola Källenius will 2027 die Wende schaffen

Mercedes-Benz AG

  • Wenn Mercedes-Chef Ola Källenius (56) gleich die Bilanz des Autobauers für 2025 vorlegt, wird er nicht glänzen. Der Absatz ist unter 1,8 Millionen Neuwagen gefallen, von einer zweistelligen Rendite sind die Schwaben meilenweit entfernt. Besser dürfte es so schnell nicht werden, 2026 soll das zweite von zwei „Transition Years“ bei Mercedes werden. Es gibt aber auch einen Hoffnungsschimmer: Der neue CLA läuft besser als erwartet. Meine Kollegen Margret Hucko und Franz Anko-Hubik berichten, wie es ab 2027 wieder aufwärtsgehen soll (m+).

  • Bei Toyota sagt Koji Sato (56) nach nur drei Jahren an der operativen Spitze des weltgrößten Autobauers „Sayonara“ und wechselt in den Verwaltungsrat. Das klingt ein wenig nach Rauswurf auf die japanische Art. Seinen nächsten CEO hat Toyota schon gefunden: Der bisherige Finanzvorstand Kenta Kon übernimmt.

  • Die Deutsche Bahn stellt ihre Werbekampagne „Boah, Bahn!“ mit Anke Engelke (60) ein. 7 Millionen Euro soll der Konzern dafür ausgegeben haben, in sozialen Netzwerken rollte der Empörungszug los. Inzwischen läuft die Gegenwelle: Einmal locker machen, das Budget für die Kampagne liege im üblichen Rahmen. Sicher ist: Die Bahn hat ganz andere Probleme. Hoffen wir, dass sich das Management denen so konsequent widmet, wie es „Boah, Bahn!“ abgeschaltet hat.

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Unternehmen: Stellantis ++ ACC ++ Ford ++ Volvo

Böse Überraschung: Stellantis-CEO Antonio Filosa

Böse Überraschung: Stellantis-CEO Antonio Filosa

Daniele Mascolo / REUTERS
  • Der vor noch gar nicht so langer Zeit ziemlich hell strahlende Stern von Stellantis verglüht immer schneller. CEO Antonio Filosa (52) kündigte nun eine schmerzhafte Kurskorrektur an: Der Konzern, zu dem Marken wie Jeep, Fiat, Peugeot und Opel gehören, schreibt seine bisherige Strategie für 22,2 Milliarden Euro ab. Filosa, der seinen Fokus stark auf das US-Geschäft legt, frönt nun der trumpschen Marschroute und will wieder stärker auf Verbrenner setzen.

  • Die Pfalz verliert ein bisschen Hoffnung. ACC, ein Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes und TotalEnergies, verabschiedet sich endgültig von dem Plan, in Kaiserslautern eine große Fabrik für Elektroautobatterien zu bauen.

  • 2025 war für Ford das schlimmste Jahr seit der Finanzkrise 2008. Nachdem der Autobauer vor einigen Wochen ähnlich wie jetzt Stellantis extreme Abschreibungen verkündet hatte, fiel das Ergebnis wenig überraschend ins Bodenlose: Ein Verlust von 11,1 Milliarden Dollar im vierten Quartal zog den Konzern auch im gesamten Jahr tief ins Minus. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 8,2 Milliarden Dollar.

  • Ganz so schlimm lief es für Volvo nicht. Frohe Kunde hatte aber auch Comebacker Håkan Samuelsson (74) bei seiner Bilanzvorlage nicht im Gepäck. Absatz und Umsatz des Autobauers sackten 2025 spürbar ab, Volvo rutschte in die roten Zahlen. Auch der Ausblick stimmte Analysten nicht optimistisch.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de. Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

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Mehr Mobilität: Schwächelnder Räderriese und neue Senkrechtstarter

Voll im Wind: Den niederländischen Fahrradkonzern Accell belasten unter anderem die Rückrufe bei Babboe

Voll im Wind: Den niederländischen Fahrradkonzern Accell belasten unter anderem die Rückrufe bei Babboe

Michael Gstettenbauer / IMAGO

  • Accell kommt weiter nicht in die Gänge. Der Fahrradkonzern benötigt mal wieder frisches Geld. Springen die Eigentümer KKR und Teslin noch mal ein? Es wäre die zweite Umschuldung binnen kurzer Zeit. Sicher scheint das nicht, wie mein Kollege Lutz Reiche berichtet: Bei Accell steht auch ein (Not-)Verkauf im Raum (m+).

  • Vermeintliche Flugsenkrechtstarter aus Deutschland endeten in der Vergangenheit als Bettvorleger. Lilium stellte den Betrieb ein, Volocopter wurde aus der Insolvenz nach China verscherbelt. Trotzdem lebt die Idee weiter. ERC System, eine Firma aus Ottobrunn vor den Toren Münchens, will sein Modell bis 2031 zur Serienreife bringen. Der erste Prototyp heißt „Romeo“. Wenn das nicht auch wieder tragisch endet …

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Zahl der Woche: 6

Fordert einen Zahltag: Volkswagens Betriebsratschefin Daniela Cavallo

Fordert einen Zahltag: Volkswagens Betriebsratschefin Daniela Cavallo

Moritz Frankenberg / dpa

Als man sich bei Volkswagen Ende 2024 auf einen Sanierungskurs ohne Werkschließungen verständigte, war von einem „Weihnachtswunder“ die Rede. Ein Jahr später vollbrachte dann Finanzchef Arno Antlitz (55) wieder wundersame Dinge. Hatte er im November noch eine Nullrunde beim Cashflow angekündigt, überraschte Volkswagen im Januar plötzlich mit 6 Milliarden Euro an freien Barmitteln. Antlitz verschob Investitionen und Entwicklungskosten ins neue Jahr und leerte die Lagerbestände. Dem Topmanagement winken nun satte Boni, den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch hübsche Dividenden. Das ruft den Betriebsrat auf den Plan: Dessen Vorsitzende Daniela Cavallo (50) fordert eine „Anerkennungsprämie“ für die mehr als 120.000 Beschäftigten im VW-Haustarif. Wenn schon Zahltag, dann bitte für alle.

Geisterfahrer der Woche

Igitt, IG Metall: Tesla-Chef Elon Musk (l.) mit André Thierig, dem Leiter der Gigafabrik in Grünheide

Igitt, IG Metall: Tesla-Chef Elon Musk (l.) mit André Thierig , dem Leiter der Gigafabrik in Grünheide

Maja Hitij / Getty Images

In wenigen Wochen stehen in Deutschland Betriebsratswahlen an. Turbulent dürfte die Abstimmung einmal mehr bei Tesla werden. Eine Betriebsratssitzung am Dienstag endete dort mit einer Anzeige bei der Polizei . Das Unternehmen wirft einem externen ‌Vertreter der IG Metall vor, das Treffen heimlich aufgezeichnet zu haben und stellte Strafanzeige. Die Polizei ⁠habe ⁠den Computer beschlagnahmt und Zeugenaussagen aufgenommen, sagte Werkleiter André Thierig (45). Die IG Metall spricht von einer „Schmutzkampagne“ und einer „dreisten wie kalkulierten Lüge“. Harte Wahlkämpfe sei man gewohnt, „aber hier ist jedes Maß und offenbar auch jedes demokratische Bewusstsein verloren gegangen“, sagt Jan Otto, Leiter des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen. Bühne frei für den nächsten Akt im Tesla-Theater.

Eine kultivierte Woche wünscht Ihnen

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de.

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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Chefredakteurin manager magazin: Isabell Hülsen (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
Chefredakteurin Harvard Business manager: Antonia Götsch (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
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