Radikale Führung wirkt schnell wie Tyrannei. Wann provokante Impulse funktionieren, woran sie scheitern und wie Sie Druck erzeugen, ohne das Vertrauen Ihres Teams zu verlieren.
Julia Großmann-Krieger
Liebe Leserin, lieber Leser.
Machen wir ein Gedankenspiel. Stellen Sie sich vor, Sie gehen morgen in den wöchentlichen Jour fixe mit Ihrem Team und anstatt wie gewohnt über die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen zu sprechen, machen Sie Ihre Mitarbeitenden so richtig fertig. Dabei sind Sie laut und schrecken auch vor persönlichen Angriffen nicht zurück: Schließlich wollen Sie den Eindruck erzeugen, dass die Gesamtleistung deutlich unter dem gewünschten Niveau liegt. Am Schluss Ihrer Tirade formulieren Sie noch kurz das eigentliche Ziel, das Sie gemeinsam mit dem Team erreichen möchten, und verlassen den Raum grußlos.
Das beschriebene Szenario ist eine Extremform des sogenannten Annealing. Bei dieser radikalen Führungsweise setzt eine Führungskraft gezielt auf Disruption, um die Leistung des Teams zu steigern. Die Absicht dahinter: mit dem Auftritt für Unruhe im Team zu sorgen und im besten Falle echte Veränderung zu ermöglichen. Doch das gelingt nur, wenn Führungskräfte den vermeintlichen Wutausbruch bewusst einsetzen.
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