Killt KI die Elite-Unis? Wo Sie jetzt Toptalente finden
Wer früher hochkarätigen Nachwuchs rekrutieren wollte, schaute auf die Absolventenlisten renommierter Business Schools. Doch deren Geschäftsmodell wird von digitaler Konkurrenz angegriffen. Was bedeutet das für Chefinnen und Chefs, die Talente suchen?
Gesine Braun
Liebe Leserin, lieber Leser.
Suchten Großunternehmen nach herausragenden Nachwuchskräften, waren Business Schools lange die erste Adresse. Wer dort besteht, so lautete die Annahme, kann auch in Konzernen bestehen. Nur: Diese Gewissheit ist erodiert. Start-ups drängen mit Onlinestudiengängen auf den Markt, die günstiger, schneller und oftmals näher an dem sind, was Unternehmen tatsächlich brauchen.
Andreas Kaplan, Präsident der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg und Professor für digitale Transformation, hält die Diagnose für eindeutig: KI und Digitalisierung werden den akademischen Ausbildungsmarkt in den kommenden fünf Jahren grundlegend umkrempeln.
Harvard Business manager: Professor Kaplan, uns interessiert Ihre persönliche Einschätzung: Nutzen Studierende künstliche Intelligenz, um besser zu werden oder eher aus Faulheit?
Andreas Kaplan:
Aus dem Bauch heraus muss ich leider sagen: zu viele als Abkürzung in die Faulheit. Wir merken aktuell, dass wir unsere Lehrmethoden komplett ändern müssen. In den vergangenen 15 Jahren sind wir Business Schools vom klassischen Examen weggegangen und haben uns auf andere Prüfungsformen konzentriert, besonders auf Hausarbeiten und die Bearbeitung von Fallstudien. Nun jagen die Studierenden diese Aufgaben natürlich durch die KI – und die spuckt etwas mal mehr und mal weniger Gutes aus.
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