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Dienstag, 17. März 2026

Lead Forward

Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
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Gesine Braun
Liebe Leserin, lieber Leser.

Neulich sagte eine Kollegin, mehr Seufzer als Satz: „Stell dir vor, wir wären Journalistinnen gewesen, als noch niemand von der Medienkrise sprach.“ Ich verstand sie sofort. Denn wer in unserer Branche arbeitet, kennt das Gefühl, permanent in Bewegung zu sein: Es ist, als stünde man auf einer beweglichen Platte. Kaum hat man einen sicheren Stand, verschiebt sich schon wieder etwas.

Neue Kanäle, neue Routinen, neue Tools, neue Kennzahlen, die plötzlich wichtiger wirken als der Inhalt, der uns mal hierhergebracht hat. An vielen Tagen bleibt am Ende häufig die Frage, ob wir schnell genug vorangekommen sind. Busy doing what?

Vom Überleben in Zeiten der Dauer-Transformation erzählt auch unsere aktuelle Titelgeschichte „Lost in Transformation “ von Darrell Rigby und Zach First, beide Partner bei Bain & Company. In vielen Unternehmen ist Change-Management längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel: umstrukturieren, sparen, neu erfinden – und dann wieder von vorn. Kaum ist ein Programm ausgerollt, kündigt sich schon das nächste an. Und irgendwo zwischen Strategiefolie und Workshop-Marathon geht das verloren, was Veränderung eigentlich leisten soll: Orientierung, Wirksamkeit, Erleichterung.

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Natürlich: Meist führt an Umbau- und Sparmaßnahmen kein Weg vorbei. Aber das macht sie nicht weniger anstrengend. Immer mehr Führungskräfte und Mitarbeitende klagen über Müdigkeit, manche gehen nur noch mit einer Mischung aus Skepsis und Trotz in die nächste Strategierunde. Nicht weil sie grundsätzlich gegen Veränderung wären – sondern weil sie zu oft erlebt haben, dass es dabei an Systemsteuerung fehlt. Wer nur Symptome kuriert, produziert Nebenwirkungen – und landet schnell in einem Teufelskreis immer neuer, groß angelegter Programme: viel Lärm, viel Bewegung, wenig Nachhaltigkeit. Transformation wird dann zur Selbstbeschäftigung: Man transformiert, um zu transformieren.

Der Gegenentwurf der Autoren klingt unspektakulär, ist aber genau deshalb so stark: Früh hinschauen, genau hinhören – und dann kleine Kurskorrekturen konsequent umsetzen. Denn wer rechtzeitig nachjustiert, braucht den großen Schnitt nur selten. Die beste Transformation, so Rigby und First, ist jene, die ausbleibt – weil ein Unternehmen früh genug verstanden hat, wo es hakt, und weil es den Mut hat, nicht gleich die ganze Maschine auseinanderzunehmen. Weniger Lärm. Weniger Drama. Mehr Ruhe im System. Und ja: Das ist richtig gute Führung – nicht als heroische Kraftanstrengung, sondern als kluge, kontinuierliche Steuerung.

Und wenn Sie sich dann noch fragen, was Sie ganz persönlich tun können, um im Job mehr Energie zu haben, möchte ich einen weiteren Artikel dieser Ausgabe empfehlen: In ihrem Buchauszug „Besser arbeiten nach der biologischen Uhr“ erklärt Autorin Camilla Kring, sehr genau, warum mehr Disziplin nicht automatisch mehr Leistung bedeutet – und weshalb es oft klüger ist, die eigenen Energie-Hochs und -Tiefs ernst zu nehmen, statt sie wegzuorganisieren.

Praktisch: In der digitalen Version des Artikels gibt es sogar einen Test, mit dem Sie Ihren Chronotyp bestimmen und Ihren Tag passender strukturieren können. Wir im Team haben ihn alle gemacht. Ich bin eine ziemlich ausgeprägte Lerche. Verraten Sie mir, zu welcher Gruppe Sie gehören?

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Gesine Braun, stellvertretende Chefredakteurin

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PS: Darf ich Sie diese Woche noch um Ihre Mithilfe bitten? Unsere wunderbaren Kolleginnen und Kollegen aus dem Verlag haben eine Leserbefragung gestartet, mit der sie herausfinden wollen, wie wir unseren Titel für Sie noch spannender machen. Über Ihre Einschätzung würden wir uns sehr freuen. Hier geht es zur Umfrage.

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Chefredakteurin manager magazin: Isabell Hülsen (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
Stellvertretende Chefredakteurin Harvard Business manager: Gesine Braun (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
Kontakt:
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