Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
Gesine Braun
Liebe
Leserin, lieber Leser.
Es gibt Tage, an denen bin ich eine ziemlich schlechte Chefin: Ich habe kaum Zeit für unser Team, gehe über Ideen und Vorschläge viel zu schnell hinweg oder schaffe es wieder einmal nicht, einen Jour fixe besser vorzubereiten. Stolz bin ich darauf nicht, aber ich habe inzwischen akzeptiert, dass es manchmal nicht anders geht. Denn da geht es mir wie vermutlich vielen von Ihnen: Die Personalverantwortung ist nur ein Teil meiner Führungsaufgaben.
Umso aufmerksamer habe ich das Stück
„Sie benötigen Unterstützung? Fragen Sie ganz oben nach!“ (HBm+) gelesen. Autorin ist Melody Wilding, Professorin für Verhaltensforschung am Hunters College in New York. Sie weiß offenbar, dass gestresste Führungskräfte oftmals wie im Tunnel sind und nicht nach links oder rechts schauen. Deshalb hat sie vorsorglich einen Leitfaden entwickelt, wie Mitarbeitende dennoch die Aufmerksamkeit ihrer Chefinnen und Chefs erlangen können. Wilding gibt fünf praktische Tipps:
Versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Führungskraft.
Liefern Sie konkrete Vorschläge.
Üben Sie sich als Ghostwriter.
Dokumentieren Sie Ihre Erfolge.
Nutzen Sie das Prinzip der Gegenseitigkeit.
Klingt für Sie nach Kalkül? Da gebe ich Ihnen sogar recht. Denn natürlich geht Spontanität flöten, wenn jemand sehr genau überlegt, wann er mich wie und wozu anspricht. Andererseits ist Kommunikation eben auch eine Kunst. Und je mehr wir uns darin üben, desto besser werden in der Regel auch die Ergebnisse.
Wenn Ihre Chefin oder Ihr Chef gerade ähnlich viel beschäftigt ist wie ich in diesem Winter, ist es jedoch eine gute Idee, sich auf das Gespräch gut vorzubereiten und konkret zu überlegen, was sie oder er für Sie tun kann.
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Denn am Ende ist es doch so: Führungskräfte helfen gern. Die meisten von uns machen diesen Job, weil es ihnen Freude bereitet, das eigene Wissen weiterzugeben und anderen zu helfen, sich weiterzuentwickeln. Deshalb: Haben Sie keine Scheu, auf Spitzenkräfte zuzugehen – und zeigen Sie dabei, dass Sie Ihre mentalen Hausaufgaben gemacht haben. So kommen auch Sie ganz schnell an die Spitze.
Wie sorgen Sie dafür, dass Sie immer ansprechbar sind, und wie suchen Sie Verbündete für Ihre wichtigen Anliegen? Schreiben Sie mir gern
hier.
Einen schönen Tag wünscht Ihnen
Ihre Gesine Braun Stellvertretende Chefredakteurin Harvard Business manager
PS: Manchmal hilft auch ein kleiner Trick, um eine Führungskraft an den eigenen Arbeitsplatz zu locken: Ich zum Beispiel liebe Pfefferminzschokolade – und wer immer sie auf dem Schreibtisch hat, kann sich sicher sein: Ich komme vorbei.
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