Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
Gesine Braun
Liebe
Leserin, lieber Leser.
Eigentlich will ich Ihnen heute von unserer neuen Ausgabe erzählen – und natürlich von der Titelgeschichte. Und das tue ich auch. Aber bevor ich dazu komme, möchte ich kurz über die Menschen sprechen, die dieses Heft möglich machen. Nicht aus Sentimentalität, sondern weil ohne sie weder das Heft noch dieser Newsletter existieren würden. Und weil wir im Arbeitsalltag viel zu oft vergessen: Es sind unsere Kolleginnen und Kollegen, die unseren Job liebenswert machen.
Haben Sie „The Life of Chuck“ gesehen? Mir ist der Film nach wie vor so gut im Gedächtnis, weil er an etwas rührt, das wir eigentlich wissen: Jeder Mensch trägt eine Vielzahl von Welten in sich. Alles, was uns geprägt hat, ist in uns aufgehoben – Hoffnungen, Begegnungen, das, was wir gelernt haben – und was wir lieber nicht gelernt hätten. Wenn wir das ernst nehmen, betrachten wir unser Gegenüber anders: nicht als Person, die eine bestimmte Rolle innehat, sondern als Menschen.
Vielleicht erklärt genau das, warum KI so viel mehr in uns auslöst als viele neue Technologien zuvor. Sie verändert nicht nur Abläufe, sondern berührt unser Selbstverständnis: Wofür werden wir gebraucht? Worauf sind wir stolz? Was zählt künftig noch?
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Unsere Titelgeschichte in dieser Ausgabe heißt „Am Ende ist jede ‚KI-Frage‘ eine Führungsfrage (HBm+)
“. José Parra Moyano, Professor am IMD in Lausanne, hat viele KI-Transformationen begleitet. Sein Befund ist so nüchtern wie tröstlich: Meist scheitert es nicht am Willen, sondern daran, dass sich Arbeit plötzlich anders anfühlt, weil Gewohnheiten und Rollenbilder ins Rutschen geraten.
Wenn Wissensarbeiterinnen und -arbeiter auf einmal mit Agenten und Codes konkurrieren, steht eine Frage im Raum, die kein Training wirklich beantwortet: Was ist jetzt noch der menschliche Beitrag zur Wertschöpfung?
Parra Moyano schreibt, die häufigste Reaktion auf diese Frage sei nicht Protest, sondern Rückzug – und der kommt Unternehmen schnell teuer zu stehen. Denn ohne Menschen fehlt am Ende das, was KI überhaupt wertvoll macht: Urteilskraft, Kontext, Verantwortung. KI kann Ergebnisse liefern – aber sie weiß nicht, welche dem Zweck einer Organisation dienen, wo sie ethisch brisant werden oder wo sie mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften.
Nobody said it was easy. KI ist nicht unser Problem. Unser Problem ist, dass wir gehofft haben, wir könnten uns das Anstrengende sparen – das Klären, das Abwägen, das Verantwortung-Übernehmen. Und auch das, was in keinem Organigramm steht: das Gefühl von Zugehörigkeit und nicht allein zu sein, wenn sich Strukturen und Aufgaben verändern. Und genau deshalb möchte ich diesen Newsletter zum Schluss meinem Team widmen: Danke, dass es euch gibt.
Gibt es jemanden in Ihrem Arbeitsalltag, dem Sie heute einfach mal Danke sagen möchten? Schreiben Sie mir gern.
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