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Dienstag, 24. Februar 2026

Lead Forward

Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
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Antonia Götsch
Liebe Leserin, lieber Leser.

Mein Sohn hört jetzt Heavy Metal. Als ich ihn neulich mit einem Freund an der Bushaltestelle beobachtete, beide je einen Kopfhörer im Ohr, durchströmte mich dieses Gefühl, wie groß und wichtig es in diesem Alter für mich war, dazuzugehören. Die richtige Musik zu hören, den Stammplatz auf dem Schulhof zu kennen, Witze zu machen, über die meine Freunde lachen.

Ist das viele Jahrzehnte später eigentlich anders?

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Wir Menschen sind soziale Wesen, die Verbindung suchen. Studien zeigen, dass soziale Zurückweisung ähnliche neuronale Areale aktiviert wie physischer Schmerz. Unser Körper reagiert mit Stress: Der Cortisolspiegel steigt, der Puls geht hoch, unser Denkraum verengt sich. Unter Stress werden wir nicht mutig, authentisch und ehrlich, sondern verhalten uns konform.

Wie oft haben Sie erlebt, dass im Meeting alle nicken oder schweigen – und später ist in der Kaffeeküche dann das aufrichtige Feedback zu hören: die murrende Kritik, der drängende Zweifel oder die Frage, die unbeantwortet im Raum steht?

Viele Führungskräfte haben den Eindruck, mit ihnen könne man über alles reden. Doch eine freundliche Chefin sorgt noch lange nicht dafür, dass Teams im Meeting Fehler ansprechen und Kritik äußern. Konformität ist ein Systemeffekt.

„Widerspruch liegt nicht in unserer Natur“, sagte mir einmal die Harvard-Forscherin Amy Edmondson (HBm+) . „Wir wollen lieber mit allen in einer Gruppe übereinstimmen.“

Deshalb müssen Teams üben, Kritik und Dissens auszusprechen und auf Fehler hinzuweisen. Eine kleine Methode, die dabei hilft: Etablieren Sie in Meetings die Rolle des Advocatus Diaboli, des Teufelsanwalts. Diese Rolle wird wechselnd vergeben und erhält den Auftrag, Gegenargumente, Schwächen und Risiken anzusprechen. Kritik wird dadurch zum sachlichen Auftrag und Mandat. Das macht es leichter, sie zu äußern. Denn der Advocatus spricht in seiner Rolle, nicht als Kollege Müller. Das Team lernt durch dieses kleine Ritual, Kritik zuzulassen und zu normalisieren.

Wir können nicht gewährleisten, dass sich andere Menschen sicher fühlen. Aber wir können gemeinsam trainieren, mutig zu sein.

Audiotipp: Übertriebene Höflichkeit und Harmonie sind oft ein Zeichen, dass Mitarbeitende sich nicht trauen, Fehler anzusprechen oder Kritik zu äußern. Mehr Tipps für ein mutiges Betriebssystem hören Sie diese Woche im Podcast „Wegen guter Führung“ mit Karin Lausch, Expertin für psychologische Sicherheit. In diesem passenden Artikel lesen Sie auch, was Führungskräfte von Taylor Swift (HBm+) lernen können.

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PS: Noch ein Tipp für Abonnentinnen und Abonnenten: Am 4. März haben Sie die Möglichkeit, sich zum Thema Fake News schlau zu machen. Diese können Ihrem Unternehmen nämlich empfindlich schaden – aber zum Glück können Sie auch etwas dagegen unternehmen. Was, das erfahren Sie bei unserem Community-Talk HBm live mit Michael Etter, Associate Professor für Entrepreneurship und Digitalisierung an der Londoner King’s Business School. Etter wird darüber sprechen, wie Sie Fake News möglichst früh entdecken, warum Richtigstellungen oft nicht genügen und wie Verbündete Ihnen helfen können, Ihre Reputation zu retten. Hier geht es zur Anmeldung.

Herzliche Grüße

Antonia Götsch
Chefredakteurin Harvard Business manager

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Chefredakteurin manager magazin: Isabell Hülsen (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
Chefredakteurin Harvard Business manager: Antonia Götsch (V.i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)
Kontakt:
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