Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
Gesine Braun
Liebe
Leserin, lieber Leser.
Sind bei Ihnen aus dem Team auch so viele auf dem Sprung in die Sommerpause? Bei uns in der Redaktion leeren sich die Flure zuverlässig, sobald die langen Schulferien beginnen. Ich freue mich für jede und jeden, der jetzt Luft holt – und gleichzeitig wird es für die Verbleibenden in diesen Wochen spürbar dichter. Denn wenn das eigene Produkt nicht pausiert, landet logischerweise mehr auf wenigen Schreibtischen.
Ganz ehrlich: Die Aussicht auf diese Zeit macht mich manchmal nervös. Mein Team nennt mich dann – ich hoffe liebevoll gemeint – den Hamster. Denn ich versuche schon Wochen vorher, emsig die Text- und Bildlager zu füllen, damit wir Ihnen trotzdem jede Menge schöne Inhalte bieten können.
Mit dem Tiervergleich komme ich vermutlich noch recht glimpflich davon. Denn in vielen Unternehmen verwandeln sich Führungskräfte in schwierigen Phasen eher in eine andere Gattung: die des Generals. Dann wird das Zwischenmenschliche erstaunlich schnell zur „Nice to have“-Kategorie erklärt. Der Ton wird rauer, die Geduld lässt nach – und „Dafür haben wir jetzt keine Zeit“ wird zur Standardformel.
Ich verstehe den Reflex sogar. Unter Druck wirkt alles, was nicht sofort Ergebnisse bringt, wie Verzögerung. Nur ist das ein Trugschluss: Gerade wenn Systeme ruckeln, Märkte kippen und Arbeit sich türmt, entscheiden die nicht sofort messbaren Faktoren darüber, ob eine Organisation handlungsfähig bleibt. Empathie gehört dazu – nicht als Wohlfühl-Accessoire, sondern als Führungsinstrument: Sie hält Menschen zusammen, wenn Prozesse knirschen.
Genau darum geht es in den beiden Titelgeschichten unserer neuen Ausgabe: In
„Warum nett sein nichts mit Empathie zu tun hat“ räumt Merete Wedell-Wedellsborg, Adjunct Professor of Leadership am IMD in Lausanne, mit dem Missverständnis auf, Empathie sei gleichbedeutend mit Weichheit. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn es unbequem wird, zeigt sich gute Führung darin, emotional erreichbar zu bleiben, wenn harte Entscheidungen anstehen. Empathisch zu führen heißt aber auch: klar, transparent und nachvollziehbar zu kommunizieren.
Autorin Palena Neale, eine Beraterin aus Paris, wird in „Gefühlsduselei? Von wegen!“
praktisch: Sie stellt sechs Strategien vor, die Sie sofort ausprobieren können. Besonders wichtig fand ich den Punkt, dass Grenzen setzen nur funktioniert, wenn man die eigenen kennt – und schützt. Drei Fragen helfen beim Sortieren: Wie viel Freiraum brauche ich, um belastbar zu bleiben? Warum muss ich mir darüber klar werden? Und wie sorge ich dafür, dass das im stressigen Alltag nicht untergeht? Aus den Antworten werden konkrete, vorlebbare Grenzen – inklusive Vorbildwirkung.
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Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen – und hoffe, die Texte geben Ihnen genau die Art von Orientierung, die Sie in diesen dichten Zeiten brauchen. Was hilft Ihnen (und Ihrem Team) gerade am meisten, wenn alles gleichzeitig passiert? Schreiben Sie mir gern.
Schöne Sommerwochen wünscht Ihnen Gesine Braun
PS.
Noch ein Tipp für Abonnentinnen und Abonnenten: Künstliche Intelligenz ist ein der größten Chancen unserer Zeit – aber auch eine Herausforderung, an der aktuell viele Führungskräfte scheitern. Am 29.7. haben wir den KI-Forscher José Parra Moyano eingeladen, damit er Ihre Fragen dazu beantwortet, wie Führung in Zeiten von KI gelingen kann. Hier können Sie sich direkt anmelden.
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