Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte
Gesine Braun
Liebe
Leserin, lieber Leser.
Einen meiner ersten Arbeitsverträge bekam ich eher zufällig. Damals arbeitete ich als freie Journalistin und war zum Lunch mit einem Freund verabredet, der in einer Redaktion aushalf, die ich bewunderte. Als ich ihn abholte, kam ich mit meiner späteren Chefin ins Gespräch – vier Wochen darauf war ich fest angestellt.
Solche Geschichten sind tröstlich: Manchmal öffnen sich Türen genau dann, wenn man es nicht plant. Und Begegnungen können einen Unterschied machen. Gleichzeitig weiß ich heute: Dieser Zufall war auch ein Privileg des Moments – und nicht jede Karriere beginnt mit einem glücklichen Treffen zur richtigen Zeit.
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Denn vieles hat sich verändert. An die Stelle des Zufalls ist oft ein System getreten: klare Kriterien, standardisierte Interviews, mehrere streng getaktete Auswahlrunden. Das kann fairer sein – fühlt sich aber manchmal unpersönlicher an. Erst recht, wenn man den Eindruck hat, dass Entscheidungen fallen, bevor man überhaupt richtig „im Raum“ ist.
Besonders sichtbar wird das dort, wo es um Spitzenjobs geht: Im
C-Level ist Recruiting (HBm+) längst eine eigene Disziplin. Nicht nur Lebensläufe werden geprüft, sondern auch Auftreten, Urteilsfähigkeit und Belastbarkeit. Und mit künstlicher Intelligenz (HBm+)
kommt eine weitere Schicht hinzu: Die Selektion beginnt oft im Verborgenen. Wo früher ein Anruf, ein Netzwerk oder ein „gutes Gefühl“ den Ausschlag gab, arbeiten heute nicht selten Algorithmen, strukturierte Scorecards und standardisierte Verfahren – sie durchforsten Profile, Assessments und Interviews nach Mustern und Kriterien.
Ich verstehe gut, dass das verunsichern kann. Weil man nicht genau weiß, was gerade wie bewertet wird. Und weil es schwerer scheint, „als Mensch durchzukommen“, wenn Prozesse so stark auf Vergleichbarkeit getrimmt sind.
Gerade deshalb möchte ich Ihnen unseren aktuellen Schwerpunkt ans Herz legen. Er zeigt, wie Sie sich in dieser Logik behaupten – vom ersten Screening bis zur heiklen Interviewfrage. Spoiler: Tricks helfen wenig, Klarheit dagegen sehr. Und am Ende zählt, was immer zählt: Substanz, Haltung und die Fähigkeit, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Kurz: weniger Zufall, mehr Strategie (HBm+).
Besonders spannend fand ich „
Fünf Tipps, wie Sie die KI für sich gewinnen“ (HBm+) von Marlo Lyons, der Hostin des Podcasts „Work Unscripted
“. Der Text zeigt sehr konkret, wie Sie KI als Werkzeug nutzen können, ohne die eigene Bewerbung „generisch“ klingen zu lassen. Einfachster Hack von Lyons: „Sag mir, welche Schlüsselwörter und Aufgaben aus der Stellenbeschreibung in meinem Lebenslauf fehlen.“
Und was passiert, wenn KI nicht nur unterstützt, sondern Ziele verfolgt, plant und Aufgaben selbstständig ausführt – darum geht es in meiner zweiten Leseempfehlung: „Wenn KI den Laden schmeißt (HBm+)
“. Oliver Gassmann, Professor an der Hochschule St. Gallen, skizziert, wie agentische KI die Unternehmenswelt verändern könnte – und warum Fragen von Führung, Governance und Verantwortung damit neu verhandelt werden müssen.
Zugegeben: Das ist viel Zukunft. Aber zum Glück können wir sie mitgestalten.
Viel Freude beim Lesen und einen guten Dienstag wünscht
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