In Büro-Tipprunden gibt es aktuell nur ein Gesprächsthema: Wer gewinnt bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026? Argentinien, Frankreich oder Spanien? Ich wage mal einen Tipp, den Ihr vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattet: Kalshi
. Der Marktführer unter den Prognosemarkt-Plattformen bietet Wetten auf nahezu alles an – und erlebt mit der WM gerade den nächsten Höhenflug. In den ersten zwei Turnierwochen sind die Einsätze bereits auf 2,9 Milliarden Dollar geklettert, deutlich mehr als beim bisherigen Kassenschlager March Madness im US-College-Basketball. Dabei ist das Turnier erst zu rund einem Drittel gespielt. Kurz vor der WM hatte ich die Gelegenheit, CEO Tarek Mansour (30) einige Fragen zu seinem Expansions-Playbook zu stellen. Meine Prognose: Wir werden noch viel von Kalshi hören – und auch von dessen Erzrivalen Polymarket.
Unsere Themen der Woche:
Topstory: Prediction-Market – Kalshi im WM-Fieber
Meta zahlt Mega-Ablösesumme für Fintech-Gründer
Topstory: Wie Kalshi auf den WM-Boom wettet
Wettkönige: Der Hype um Kalshi machte die Gründer Tarek Mansour und Luana Lopes Lara
zu Milliardären
Wo heiratet Taylor Swift (36)? Und welcher Regierungschef tritt als Nächstes zurück? Auf der US-Plattform Kalshi wetten Millionen Menschen auf das Weltgeschehen – und schneiden mit ihren Vorhersagen oft besser ab als Experten. Kein Wunder also, dass der CEO und selbsterklärte Mathenerd Tarek Mansour (30)und seine Mitgründerin, die Ex-Ballerina Luana Lopes Lara (30) mit ihrem digitalen Orakel Investoren wie Sequoia, Wall-Street-Titan Charles Schwab
(88) oder KKR-Gründer Henry Kravis (82) elektrisierten. Kalshis Firmenbewertung hat sich binnen eines Jahres auf 22 Milliarden Dollar verzehnfacht. Pünktlich zur Fußball-WM startet Mansour nun seine erste globale Offensive. Dabei gibt er sich größte Mühe, bloß nicht als Zocker rüberzukommen: „Kalshi ist eine Finanzbörse“, betonte er im Interview mit mir. Doch genau darum tobt ein Deutungskampf mit weitreichenden Folgen: Beobachten wir gerade die Entstehung einer neuen globalen Superbörse? Oder handelt es sich um das größte Onlinecasino, das die Welt je gesehen hat? Ich habe dazu mit Brancheninsidern, Wettbewerbern, Aufsehern und Juristen gesprochen.
Herausgekommen ist ein Deepdive in die Welt der Prediction-Markets. (m+)
Köpfe: Kunal Shah ++ Martina Weimert ++ Anja Mikus ++ Christine Lagarde ++ Alex Mashinsky
Teurer Transfer: Fintech-Gründer Kunal Shah wird neuer WhatsApp-Chef (Archivbild von 2015)
Hemant Mishra / Mint / Hindustan Times / Getty Images
Kunal Shah (47), Gründer von Cred, hat in einer Finanzierungsrunde für sein indisches Fintech 900 Millionen Dollar maßgeblich von Meta eingeworben – unter der Bedingung, dass er seinen CEO-Posten räumt und
bei Meta neuer WhatsApp-Chef wird. Wir finden: stattliche Ablösesumme.
Martina Weimert (59), EPI-Chefin, expandiert mit ihrem PayPal
-Konkurrenten Wero nach Österreich. Damit startet der Zahlungsdienst bereits im sechsten Land.
Anja Mikus (68), Chefin des deutschen Staatsfonds Kenfo, könnte künftig die Kapitalrente der Deutschen managen. So jedenfalls schwebt es der Großen Koalition in Berlin mit ihrer Rentenreform vor. Konkret würde das dann Mikus’ Nachfolger übernehmen, denn sie geht zum Jahreswechsel: in Rente.
Christine Lagarde (70), Präsidentin der Europäischen Zentralbank
, ist der Einführung des digitalen Euro ein großes Stück näher gekommen. Der Finanzausschuss im EU-Parlament stimmte am Dienstag für einen entsprechenden Gesetzentwurf. Avisierter Start dann: 2029.
Alex Mashinsky (60), Gründer der 2022 kollabierten Kryptoplattform Celsius, hat von der US-Derivateaufsicht CFTC ein lebenslanges Handelsverbot bekommen. Also eigentlich ein Berufsverbot. Day-Trading wäre im Gefängnis
allerdings ohnehin schwierig geworden.
Zahl der Woche: 55
Im vergangenen Jahr haben die Deutschen erstmals häufiger bargeldlos als mit Bargeld bezahlt, wie die Deutsche Bundesbank meldet. 55 Prozent der Alltagseinkäufe liefen demnach ohne Scheine und Münzen. Der Kipppunkt ist damit erreicht, die viel beschworene Wahlfreiheit ist es aber noch nicht. Bei 14 Prozent der aufgezeichneten Käufe im Laden war eine bargeldlose Zahlung nicht möglich.
Margin Call: Werbung für die Ersatzbank
Werbekönig: Noch-Fußballstar Thomas Müller
macht außer für die Telekom, Adidas, Rewe und Seeberger jetzt auch Werbung für die Digitalbank Chase
Felix Hörhager / dpa
Fußballer und Banken, das scheint die Traumkombination der Saison zu sein. Erst legte Revolut seine Kampagne mit WM-Held Mario Götze (34) neu auf, dann nahm Klarna den Stürmerstar Deniz Undav (29) unter Vertrag. Und jetzt schnappt sich die US-Großbank JP Morgan auch noch Thomas Müller (36), um den Deutschen ihre Digitalbank Chase
schmackhaft zu machen. Woher kommt die plötzliche Liebe zwischen Torjägern und Tagesgeld? Ich habe da eine Theorie. Götze, Müller, Undav – sie alle litten zuletzt unter demselben Fluch: viel Zeit auf der Bank. Warum also aus der Erfahrung nicht auch Kapital schlagen? Werbung von der Ersatzbank für die Ersatzbank, sozusagen. Denn auch Chase dürfte sich erst mal mit einer Reservistenrolle begnügen müssen. Schließlich bleiben die Deutschen ihrer Hausbank so treu wie ihrem Jugendverein. Ein Transfer zu den Amerikanern? Für 4 Prozent Tagesgeldzinsen denkbar, aber höchstens als Zweitkonto auf Zeit.
Das war es für diese Woche. Wenn ihr Anregungen oder Recherchehinweise habt, meldet euch gern unter financeforward@manager-magazin.de. Und empfehlt uns gern Freunden und Freundinnen weiter – sie können den Newsletter
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