Der aktuelle Harvard Business manager im Überblick
Liebe
Leserin, lieber Leser.
Wenn Ihr Job ein Produkt wäre, würden Sie es kaufen? Gute Arbeitgeber sorgen dafür, dass Menschen sich jeden Tag neu für sie entscheiden.
Richtig gute Arbeit
Die Kernfrage: Möchte ich für dieses Unternehmen arbeiten?, stellen sich immer mehr Mitarbeitende, Organisationen sollten darauf entsprechend reagieren
Koekkoek / Connected Archives
Viele Unternehmen scheitern an der Aufgabe, eine positive Employee Experience zu schaffen – Jobs so zu gestalten, dass Fachkräfte gern bei ihnen arbeiten. Was lässt sich dagegen tun? Der Vorschlag der Autoren Eric Anicich und Dart Lindsley klingt revolutionär: Arbeit als ein Produkt zu betrachten, das die Bedürfnisse der Beschäftigten erfüllt, sei es Anerkennung, mit Teamkollegen etwas bewegen zu wollen oder für die Familie zu sorgen. So entscheiden sie jeden Tag aufs Neue, ob sie diesen Job "kaufen" oder lieber zum nächsten Arbeitgeber weiterziehen.
Hinter diesem Konzept steckt die berühmte "Jobs to be done"-Theorie von Clayton Christensen. Danach kaufen Menschen Produkte oder Dienstleistungen, weil sie damit bestimmte Bedürfnisse erfüllen können. Nach demselben Muster sollten Führungskräfte sich fragen: "Wozu braucht diese Mitarbeiterin ihren Job?" Erst seit Kurzem kursiert die Idee in HR-Abteilungen und fortschrittlichen Unternehmen – etwa beim Softwarehersteller Asana, beim Pharmakonzern Eli Lilly oder dem Onlineshop-Dienstleister Shopify.
Natürlich können Unternehmen nicht auf jeden Arbeitswunsch ihrer Leute eingehen. Denn schließlich muss auch irgendwer unbeliebte Tätigkeiten übernehmen. Doch mit der Unterstützung von Produktentwicklern können sie die Employee Experience optimieren und erfüllende Jobs gestalten. An einem Diagramm zur Dauer und Beliebtheit einzelner Aufgaben lässt sich ablesen, welche Arbeiten falsch verteilt wurden und besser von anderen, geeigneteren Kollegen erledigt werden sollten.
Bei der Umsetzung des neuen Konzepts sind vier Punkte besonders wichtig: Unternehmen müssen die Zuständigkeit für die Employee Experience von der Personalabteilung in die Produktentwicklung und den Kundenservice verlagern; sie dürfen keine unrealistischen Erwartungen wecken; sie brauchen eine Teamkultur, die Fairness und gemeinsame Werte betont. Und schließlich müssen sie die Zufriedenheit ihrer Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen.
Nur zusammen: Effektive Teams lernen aus den Daten und passen ihre Pläne entsprechend an
Docubyte
Verloren im Zahlenwirrwarr Studien und interne Datenanalysen können Führungskräften helfen, wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen. Doch oft können sie kaum beurteilen, was gute von schlechten Studien unterscheidet. So verwechseln sie mitunter Korrelation und Kausalität, unterliegen kognitiven Verzerrungen, vernachlässigen die Stichprobengröße oder schauen sich Daten an, die ihnen nicht weiterhelfen. Solche Fehler lassen sich nicht in Stillarbeit erkennen. Wer wirklich wissen will, was die Daten und Studien taugen, muss unterschiedliche Meinungen diskutieren und dafür ein psychologisch sicheres Umfeld schaffen. Von Michael Luca, Amy C. Edmondson Zum Artikel (HBm+)
[KI] Silke Baltruschat / Harvard Business manager - generiert mit Midjourney
Widerstandskämpfer Der Erfolg von KI hängt nicht nur davon ab, was sie kann, sondern auch, wie bereitwillig Menschen sie nutzen. Doch viele User haben ein negatives Bild von KI. Sie fürchten, dass sie Jobs gefährdet, ihre persönlichen Daten missbraucht und womöglich sogar die Menschheit angreift. Hinter diesem Widerstand steckt die Vorstellung, dass KI zu undurchsichtig, emotionslos, unflexibel und autonom agiere und dass die Interaktion mit Menschen in jedem Fall besser sei. Der Artikel untersucht diese psychologischen Hürden und erklärt, wie Unternehmen ihren Mitarbeitenden den Einstieg in die Arbeit mit KI-Tools erleichtern. Von Julian De Freitas Zum Artikel (HBm+)
Neue Maßstäbe: Die Eras-Tour von Taylor Swift war die umsatzstärkste Musiktournee aller Zeiten
Axelle / Bauer-Griffin / FilmMagic
Das Geheimnis der Taylor Swift Taylor Swift gehört heute zu den erfolgreichsten Stars überhaupt – und das trotz schwieriger Ausgangsvoraussetzungen. Als sie in den 2000er-Jahren als Countrysängerin startete, war das Genre fest im Griff von alten Männern und Hitfabriken. Swift hingegen war ein Teenager, der seine Stücke selbst schrieb. Ihren Erfolg verdankt sie allerdings nicht allein ihrer Musik, sondern auch ihrer Strategie: Swift eroberte im Alleingang ein völlig neues Publikum für Countrymusik, nutzte den technologischen Wandel virtuos und gab sich nie mit ihrem Erfolg zufrieden. Ein Lehrstück – auch für Unternehmenslenker. Von Kevin Evers Zum Artikel (HBm+)
Ein Balanceakt: Jede Situation erfragt eine bestimmte Reaktion. Nur wer sich selbst gut kennt und ausbalancieren kann, ist kritischen Situationen wirklich gewachsen
Yagi Studio / Getty Images
Kennen Sie Ihre Wirkung? Führungskräfte stehen täglich vor der Herausforderung, das richtige Maß zu finden. Eine Studie der Personalberatung Egon Zehnder identifiziert 13 Schlüsselmerkmale, die besonders erfolgreiche Managerinnen und Manager von anderen unterscheiden. Die Studie zeigt aber auch: Entscheidend ist bei allen Verhaltensweisen die Dosis. Zu viel Druck kann Beschäftigte frustrieren, zu wenig aber auch, weil sich die Mitarbeitenden nicht gesehen fühlen. Das "Leadership-Balance-Konzept" kann Chefinnen und Chefs helfen, sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst zu werden und diese je nach Situation einzusetzen. Von Tilman Gerhardt, Wolfhart Pentz Zum Artikel (HBm+)
Hinein ins Vergnügen? Ob und wie gut sich der Ruhestand anfühlt, hängt von vier Faktoren ab
Alexander Aguiar / The NewYorkTimes / Redux / laif
Ohne Reue Der Übergang in den Ruhestand ist eine Zeit der Veränderung. Sie besteht aus mehreren Phasen: der Entscheidung, mit der Arbeit aufzuhören; sich damit zu arrangieren; Neues auszuprobieren und sich eine stabile Lebensstruktur zu schaffen. Doch nicht allen Menschen gelingt es, ihr neues Leben positiv zu gestalten. Eine Studie zeigt, was zufriedene Ruheständler besser machen. Sie finden eine gute Balance zwischen ihrem Selbst und ihrer Lebensstruktur; sie wissen, dass beides zusammenspielt; sie kommen von sich aus ins Handeln; und sie können sich an unvorhergesehene Umstände anpassen. Von Teresa M. Amabile et al. Zum Artikel (HBm+)
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